Wenn in Ihrer Firma der Drucker aussteigt oder nicht mehr schön druckt, kann es durchaus sein, dass wir uns bei dieser Gelegenheit persönlich begegnen, denn ich bin als Druckertechniker im Aussendienst unterwegs und bringe defekte Drucker, Plotter oder Kopierer wieder in Schwung.

Unsere Firma, die ERZ AG in Schlieren, beschäftigt 18 Expertinnen und Experten. Wir sind in der ganzen Schweiz unterwegs und arbeiten herstellerunabhängig. Obwohl die Firma vor fast 20 Jahren gegründet wurde, kennt uns kaum jemand. Unsere Servicewagen sind nicht angeschrieben, denn oft werden wir von den Druckerherstellern selber, wie z.B. HP oder Canon, zum Kunden geschickt.  Fast jedes Drucker-, Multifunktions-  oder Kopiergerät lässt sich reparieren. Werfen Sie deshalb ihr altes Gerät nicht einfach weg, sondern kontaktieren sie uns unter der Telefonnummer 044 774 27 51. Es lohnt sich!

Den Job als Druckertechniker übe ich jetzt seit zweieinhalb Monaten aus. Es ist der absolute Traumjob! Bereits als kleiner Junge schraubte ich, zum Entsetzen meiner Eltern, allerlei Haushaltsgeräte auseinander, um diese – nicht immer erfolgreich - wieder zusammenzubauen. Schliesslich habe ich später mein Hobby zum Beruf gemacht: Ich studierte Mechaniker für Kälte- und Klimatechnik und weitete mein Wissen auch in anderen Bereichen wie Elektronik und Heizungstechnik aus.

Ich stamme aus Braga, einer kleinen Stadt in Portugal. Vor 10 Jahren kam ich mit meiner Frau in die Schweiz. Hier arbeitete ich für verschiedene Bauunternehmen.

Auf dem Bau geschah dann auch vor 3 Jahren der schlimme Unfall:  Bei der Totalsanierung eines Schulhauses musste ich mit dem Schlagbohrer eine Betondecke in einem Treppenhaus abspitzen. Dabei fielen kleine Betonsplitter auf den Boden, die sich mit Wasser zu einem glitschigen Brei vermischten. Darauf rutschte ich dann auch aus, und schlug heftig auf den rechten Ellbogen auf.  Ich blieb am Boden liegen, verspürte aber keine Schmerzen. Doch konnte ich den Arm nicht mehr bewegen.  Ich dachte mir: „Abwarten, das wird schon wieder gut!“ So nach einer halben Stunde wusste ich, dass es nicht besser würde. Mein Arbeitskollege fragte mich, ob er die Ambulanz / Notfall alarmieren solle. Doch da die Unfallstelle in der Nähe des Triemli Spitals war, nahm ich Bus und Tram und fuhr alleine dorthin. Beim Röntgen stellte man fest, dass ich durch den Aufprall meine Schulter nicht nur ausgekugelt, sondern auch gebrochen hatte. Rechter Arm und Schulter wurden mit Schiene und Verband fixiert und ich nach Hause geschickt. Operiert wurde erst zwei Wochen später. Im Vorfeld versicherte man mir, dass es eine minimal-invasive Operation sei. Nur drei kleine Schnitte. Doch meine Verletzung war viel schlimmer als ursprünglich angenommen: Muskelriss, Sehnenriss, Knochenbrüche. Heute zeugen mehrere lange Narben von dieser OP.

Seither sind drei Jahre vergangen und kein Tag ohne Schmerzen. Ich bin mir sicher, dass bei der OP einiges schief gelaufen war. Doch, da ich damals nur ungenügend Deutsch sprach, erhielt ich von den Ärzten auch nicht die richtigen Antworten auf meine Frage, wieso ich ständig an Schmerzen leide. Vielleicht konnte ich  mich in den Folgemonaten auch zu wenig durchsetzen, damit die richtigen Therapien aufgegleist wurden. Oder man nahm mich nicht wirklich ernst. Heute wird mir regelmässig Cortison gespritzt, aber das kann ja nicht die Lösung sein. Ich habe mal ein Motorradrennen verfolgt, wo ein Rennfahrer schwer stürzte. Auch er hat sich dabei Arm und Schulter verletzt.  Drei Tage später fuhr er wieder Rennen. Bei mir sind es bereits drei Jahre!

Nachts wache ich  oft auf, nehme Schmerztabletten. Für meine Frau und Fabiana, unsere achtjährige Tochter, ist die Situation um mich herum nicht immer einfach. Nur allzu oft bin ich der Schmerzen wegen gereizt. Zum Deutsch lernen hatte ich mir einen Computerkurs gekauft. Ich lernte täglich. Heute kann ich mich gut auf Deutsch verständigen, nicht zuletzt durch die Praxis, den Gesprächen mit Arbeitskollegen und Kunden.

Meine Arbeit beginnt um 8 Uhr. Ich bin meistens alleine unterwegs. Die Reparatur des Druckers ist dann selten das eigentliche Problem, sondern dem Kunden auf Deutsch zu erklären, woran der Defekt lag.

Meistens komme ich erst nach Sechs nach Hause, oftmals erst um Sieben, je nachdem, wie viele Drucker zu reparieren sind. Aber die lange Arbeitszeit ist Okay. Abends spiele ich dann oft mit meiner Tochter. Manchmal gehe ich zum Fitness, um in meinem verletzten Arm die Muskeln wieder aufzubauen.

Mit meinen Schmerzen bin ich allein, ich spreche selten darüber. Wenn ich dann dennoch mit jemandem rede, höre ich oft, ich solle doch eine Pension/Rente beantragen. Das gehe doch nicht, so arbeiten zu müssen, mit solchen Schmerzen. Aber ich will arbeiten.  Ich arbeite auch 100% und bin sehr zufrieden.

Meine neue Arbeitsstelle habe ich Buchmann & Partner zu verdanken. Meine Betreuerin von der SUVA, Frau Sibille Rüsch, hat Buchmann & Partner mit der Stellensuche beauftragt und Patrick Zufferey und Ramon Carbonell haben sich voll für mich eingesetzt.

Bereits nach wenigen Wochen konnte ich mich beim heutigen Arbeitgeber vorstellen und erhielt den Job! Die ersten zwei Monate übernahm die IV die Lohnkosten, heute mein Arbeitgeber. Ich befinde mich noch in der Probezeit. Noch 2 Wochen. Aber ich zweifle nicht daran, fest angestellt zu werden. Mein Chef ist ausgesprochen freundlich und empathisch. So was erlebt man selten. Ich fühle mich hier sehr wohl, wie in einer grossen Familie. Was meine Schmerzen anbelangt: Ich habe mich mit meiner Situation abgefunden, ich glaube nicht, dass sich mein Zustand je verbessern wird. Das Beste kommt nicht mehr.

Rudolf S. Jeanninne S. Slavko V. Mili L. José A. Pal N. Simon F. Luana Z. halbe_menschen
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