Morgens stehe ich um halb sechs auf. Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich mich da nicht gross schminken muss. Ich trinke einen Kaffee, schnell das Gesicht waschen, und schon bin ich unterwegs. Um halb sieben bin ich im Geschäft.

Ich arbeite als Malerin bei Ziebold in Wallisellen. Wir sind achtzehn Mitarbeiter. Seit rund sechs Wochen arbeite ich in Bubikon, ich male hier ein Einfamilienhaus, eine schöne Arbeit. Anfangs waren wir zu viert, jetzt bin ich alleine auf der Baustelle. Die Fassade ist schon gestrichen, aber innen streiche ich alles: Dachuntersicht, Decken, Wände. Die Wände sind meistens farbig und werden nicht einfach gerollt, sondern gebürstet. Das braucht seine Zeit. Auch die Decken werden zwei bis dreimal gestrichen. Und wenn es nicht so gut gelingt, kann man diese gleich nochmals streichen. Viel Detailarbeit auch. Und die verlangen wirklich absolute Topqualität. Der Bau wird von einem Architekten geleitet, der hat den Finger drauf. Momentan hat er ein bisschen Stress, weil er auch den Erweiterungsbau des Zürcher Hauptbahnhofs leitet.

Meine Lehre als Malerin absolvierte ich von fünfzehn bis achtzehn im Zürcher Oberland. Nach der Ausbildung arbeitete ich in einem kleinen Betrieb. Nur ich und mein Chef. Ich war meistens alleine unterwegs. Das war zwar eine schöne Zeit, aber irgendwann hatte ich dann genug von Ein-Mann-Betrieben.

So ging ich auf Reisen, zweimal nach Mexiko, einmal für 2 Monate, dann ein ganzes Jahr. Als ich zurückkam suchte ich eine neue Herausforderung. Ich habe mich zuerst alleine beworben aber nichts gefunden. Schliesslich meldete ich mich bei Temporär-Büros an. Da gibt es gewaltige Unterschiede. Nicht alle sind zuverlässig. Die Berufspersonal AG gehört zu den seriösen, ja, sie war mit Abstand die beste Stellenvermittlung. Und das ging auch relativ flott: Ich brachte meine Unterlagen vorbei und schon kurz darauf erhielt ich von Daniel Aeschbacher einen Anruf, er bot mir die Stelle bei Ziebold an. Herr Ziebold ist wirklich top. Da habe ich die ersten 3 Monate temporär gearbeitet und wurde dann übernommen, also festangestellt.

Im Januar gehe ich wieder auf Reisen, wieder nach Mexiko, Freunde besuchen, anschliessend plane ich in Lateinamerika umherzureisen. Mit meinen Chef habe ich meine Ferienpläne noch nicht geklärt, aber ich denke, dass ich nach meiner Reise wieder bei ihm beginnen kann, er ist da sehr offen und in den Wintermonaten wird ja weniger gemalt.

Meine Leidenschaft ist der Salsa Tanz. Ich trainiere drei bis viermal pro Woche. Dienstags begleitet mich mein Vater, ein Highlight. Im Ausgang tanze ich nicht nur Salsa sondern alle südamerikanischen Tänze wie Bachata, Mambo oder Merengue.

Auch heute Abend habe ich Training, da komme ich erst so um elf, halb zwölf ins Bett. Ich brauche dann die Wochenenden, damit ich wieder mal richtig ausschlafen kann. Sonst bin ich immer auf Trab.

Rudolf S. Jeanninne S. Slavko V. Mili L. José A. Pal N. Simon F. Luana Z. halbe_menschen
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