Ich bin weder zart besaitet noch nehme ich ein Blatt vor den Mund. Ein Grund, wieso ich oft anecke.

Manchmal mache ich auch Radau, wenn ich sehe, dass es nicht richtig läuft, keine Logik da ist oder kompliziert wird. Oft fühle ich mich auch ungerecht behandelt. Dabei bin ich eigentlich ein unkomplizierter Mensch. Zu meinen Lieblingssprüchen gehört:„Hilft Dir selbst, sonst hilft Dir keiner!“ Ich versuche, so gut es geht, mir selber zu helfen. Ausschlaggebend für diese meine heutige Lebenseinstellung war wohl mein schwerer Unfall vor 27 Jahren!

Ich arbeitete damals bei der Wasserversorgung Zürich als Rohrleger. Ich musste zusammen mit meinem Kollegen mitten im Winter einen Rohrbruch reparieren. Der Kollege stand 4 Meter tief im Graben, ich oben, um ein Rohr zuzuschneiden. Dies sollte ich ihm herunterreichen, doch dann bin ich auf Eis ausgerutscht. Jeder normale Mensch hätte in einer solchen Situation das schwere Rohr losgelassen, doch wenn ich dies getan hätte, wäre mein Kollege nicht mehr am Leben. So bin ich also Kopf voran in den Graben gestürzt, immer noch das Rohr auf der Schulter. Beim Aufstützen habe ich mir dann die Schulter ausgekugelt.

Eigentlich lief dann alles ganz normal ab: Einlieferung ins Triemlispital, Schulter einrenken, alles soweit tiptop, bis ich mir nach nur 8 Monaten wieder die Schulter ausrenkte. Und dies geschah in der Folge mehrmals, bis die Ärzte beim vierten Mal beschlossen, die Schulter zu operieren. Damals gab es eine sogenannte „neue“ Methode mit einem speziellen Nagel, welche aber in der Zwischenzeit nicht mehr angewendet wird.

Aus ärztlicher Sicht durfte ich seither keine schweren Arbeiten mehr verrichten. Dies meldete ich der SUVA und hoffte auf die Unterstützung bei einer Umschulung. Die SUVA verwies bezüglich Umschulung auf die Invalidenversicherung und diese stellte sich auf den Standpunkt, dass, da ich nie Berufslehre absolviert hatte, auch keine Umschulung finanziert würde

So ging ich notgedrungen wieder als Sanitärinstallateur auf den Bau arbeiten. Das ging dann 22 Jahre mehr oder weniger gut. Doch dann verschlechterte sich mein Gesundheitszustand und ich ging fortan jeden Tag vollgepumpt mit Schmerztabletten zur Arbeit.

Mein Hausarzt sagte: „Jetzt ist fertig! Jetzt bleibst Du zu Hause!“ Die SUVA hat mir dann einen Job als Chauffeur für die Auslieferung von Bettmatratzen besorgt, eine leichte Arbeit, welche ich 3 Jahre lang ausübte. Doch dann hat diese Firma von einem Tag auf den andern Konkurs angemeldet. Ich verlor dabei nicht nur meine Stelle, sondern erlitt auch grossen finanziellen Schaden, da mein Arbeitgeber keine AHV und Pensionskassengelder einbezahlt hatte. Und so landete ich wieder als Sanitärarbeiter auf dem Bau. Ein Ausrutscher mit einem Fall auf die Schulter, bei einem Spaziergang an einem Novembertag vor 4 Jahren, setzte mich wieder ausser Gefecht und die Stellensuche begann von vorne

Meine neue Sachbearbeiterin der SUVA Ziegelbrücke hat sich für mich total ins Zeug gelegt, die war wirklich gut. Ich konnte bei verschiedenen Firmen schnuppern gehen. Auch Patrick Zufferey von Buchmann & Partner hat sich voll für mich bei der Stellensuche engagiert, vor allem ging es ja auch darum herauszufinden, welche Tätigkeiten ich überhaupt noch ausführen konnte. Doch es kam dann anders als man dachte: Der Arbeitsversuch musste abgebrochen werden, da die Schulter sich erneut entzündete und so blieb ich wieder zu Hause.

Dort habe ich hunderte von Bewerbungen geschrieben, doch die Reaktion war immer die gleiche: „Zu alt, nichts gelernt, nicht zu gebrauchen!“

Ich bin einer, der gerne arbeitet. Ich kann nicht zu Hause rumsitzen. Ferien sind für mich ein Gräuel und 3 Jahre lang keine Arbeit zu haben, der totale Horror. Dies habe ich erlebt. Ich kam und komme mir unnütz und vor allem auch überflüssig vor.

In der Zwischenzeit wurde meine Situation von verschiedenen Medizinern begutachtet. Die einen meinten wieder operieren zu müssen und ein künstliches Gelenk einzubauen, andere waren wegen der relativ kurzen Lebensdauer einer Prothese dagegen, vor allem weil diese durch schwere körperliche Arbeit doppelt strapaziert würde.

Im Prinzip habe ich kein Schultergelenk mehr. Es hält nur noch durch Bänder und den Muskel. Beim Röntgen sieht man vom Knochen/Schultergelenk fast nichts mehr.

Doch die Schmerzen liessen nicht nach, ich konnte schliesslich den Arm kaum noch bewegen, nur noch hängen lassen. So wurde definitiv beschlossen, ein künstliches Gelenk einzubauen. Ich holte mir dann eine Zweitmeinung ein, und das scheint mein grosses Glück gewesen zu sein: Wenn man bedenkt, dass in meinem Fall ein solches Gelenk eine Lebensdauer von 8, maximal 10 Jahren hat. Mir wurde geraten, statt zu operieren, eine leichtere Arbeit auszuführen. Doch wo sollte ich eine solche finden?

Die Suva war ebenfalls der Meinung, dass ein künstliches Gelenk die einzig richtige Lösung sei. So landete ich unweigerlich bei der Arbeitslosenkasse. Doch da ich die letzen 2 Jahre nicht gearbeitet habe, werden diese Zahlungen nach 90 Tagen ebenfalls eingestellt. Der nächste logische Schritt wäre das Sozialamt, doch dagegen wehre ich mich vehement.

Jetzt bin ich wieder wie verrückt am Job suchen, ich bewerbe mich um alle möglichen Stellen, ich habe da keine hohen Ansprüche. Doch die Absagen kommen blitzartig retour. Ich könnte wieder als Sanitär auf den Bau gehen, aber das darf ich ja nicht.

Für meine Frau ist die ganze Situation schwer auszuhalten: Ich, seit bald 3 Jahren immer zu Hause. Zum Glück fährt sie jeden Tag zur Arbeit, damit sie nicht den ganzen Tag um mich herum ist. Das würde sie nicht aushalten, die Schraube machen. Wenn sie nach Hause kommt fragt sie sich oft: Erwartet mich jetzt ein Orkan oder ein Vulkan? Mein grosses Anliegen ist, dass meine Frau wieder zufrieden ist, dass sie keine Angst haben muss, mich schlecht gelaunt anzutreffen. Wenn ich arbeiten könnte, dann wäre die Welt für mich wieder in Ordnung. Dann wäre ich vollends zufrieden. Ich bin ja heute sogar soweit, meine Gesundheit zu opfern, einfach um nur wieder arbeiten gehen zu können.

Mein Appell an alle, die das lesen:

Die Buchmann & Partner ermöglicht mir auf diesem Weg, Arbeitgeber anzusprechen, mir aus dieser Situation mit einer Arbeitsstelle herauszuhelfen. Ich bin bereit für jegliche Tätigkeit mit Ausnahme vom Heben schwerer Gegenstände über Kopf. Ich wohne im Kanton Schwyz und ein Arbeitsweg von bis zu einer Stunde stellt für mich kein Problem dar. Ich kann Ganztags und zu 100% arbeiten. Sie werden es nicht bereuen, denn ich werde mein Bestes geben! Vielleicht schaffe ich es auf diesem Weg, jemanden zu finden, der uns einen entscheidenden Tipp geben kann! Wie dankbar ich wäre!

 

Rudolf S. Jeanninne S. Slavko V. Mili L. José A. Pal N. Simon F. Luana Z. halbe_menschen
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