Auf der Schlittelbahn in Bergün ereignete sich der Unfall: Ich fuhr zu schnell in eine Kurve, überschlug mich und stürzte rund 30 Meter einen steilen Abhang hinunter.

Obwohl ich starke Schmerzen hatte, ich ging von einer starken Prellung aus, suchte ich keinen Arzt auf. Das war wohl ein grosser Fehler.

Nachdem ich Monate mit starken Schmerzen verbracht hatte, ging ich schliesslich zum Hausarzt und wurde, nach Konsultation mehrerer Spezialisten, an der Hüfte operiert. Doch auch nach der Operation nahmen die Schmerzen nicht ab.

Ich bin gelernter Schreiner und dabei übte ich nicht nur eine stehende oder gehende Tätigkeit aus, sondern musste zum Teil auch schwere Sachen tragen.

Das führte dazu, dass ich täglich Schmerzmittel einnahm, aber auf die Länge ging das nicht: Diese ständigen Schmerzen im Bein, beim Stehen, beim Gehen, beim Tragen, eigentlich immer.

Ich konnte nicht mehr als Schreiner arbeiten. Ich war beim RAV angemeldet, als ich eines Tages überraschenderweise einen Anruf von der Berufspersonal AG erhielt. Herr Daniel Aeschbacher wollte mich als Schreiner vermitteln. Ich erklärte ihm, dass dies wegen den Schmerzen in meinem Bein nicht mehr möglich sei. 

Nach dem Anruf wollte ich mehr über die Firma Berufspersonal erfahren. Auf der Website der Berufspersonal und Buchmann & Partner sah ich, dass sich diese Firmen intensiv mit der beruflichen Wiedereingliederung von kranken oder verunfallten Personen beschäftigen. So nahm ich selber mit ihnen wieder Kontakt auf. Die IV erklärte sich bereit, die Umschulung zu finanzieren. Heute besuche ich die Handelsschule und arbeite drei Tage die Woche als Praktikant bei Buchmann & Partner AG und der Berufspersonal AG.

Als Praktikant übe ich die Funktion eines Personalberaters aus: Ich stelle den Kontakt zu Schreinereibetrieben her, erstelle sogenannte Schlüsselprofile und suche geeignete Kandidaten für die Vermittlung. In der Zwischenzeit darf ich die Interviews selbständig führen.

Seit ich keine handwerkliche Tätigkeit mehr ausübe, haben die Schmerzen im Bein stark nachgelassen. Dies erlaubt mir, ab und zu wieder Handball zu spielen. Mannschaftssport ist mein Ding, und auch das Herumblödeln mit meinen Spielkameraden tut gut. Zukunftspläne?  Da ist alles noch offen. Am liebsten möchte ich auch nach meiner zweijährigen Ausbildung hier weiterarbeiten. Ich fühle mich gut aufgehoben. Wenn nötig nimmt sich jeder Zeit für mich, da gibt es keine starren Hierarchien, sondern vielmehr Kollegialität.

 

Rudolf S. Jeanninne S. Slavko V. Mili L. José A. Pal N. Simon F. Luana Z. halbe_menschen
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